24.01.2019

Konsequent aufs Hirn gezielt

Der Vorstand ruft zu einer wichtigen Besprechung. Vom Ablauf her gesehen ist sie wie jede andere auch: Das erste Chart der Agenda.

Das zweite Chart. Wo stehen wir heute? Wo wollen wir hin? ... Mit etwas Glück gibt es ganz zum Schluss – nach gefühlten 100 Charts –noch eine kurze Zusammenfassung und einen Schlussappell. Wenn man danach die Teilnehmer getrennt voneinander befragt, wie die Besprechung war, wird jeder das gleiche antworten: Wie immer. Und damit landen alle Informationen im Mülleimer unseres Gehirns und werden es nie bis in unsere Schaltzentrale schaffen.

Die meisten relevanten Präsentationen sind eine pure Aneinanderreihung von Zahlen, Daten und Fakten. Es werden viele Informationen hineingepackt aber diese erreichen nie das Langzeitgedächtnis der Zuhörer.

Schema F für Präsentationen
Mehr als 80% aller auf der Welt gehaltenen Präsentationen im Business-Kontext laufen nach dem gleichen Schema ab. Sie haben stets die gleiche Struktur, sind voll bepackt mit Zahlen, Daten, Fakten und lassen die Rezipienten mit diesem ganzen Datenballast alleine. Warum ist das so?

Man hat das Gefühl, Strukturen für Vorträge und Präsentationen werden seit Generationen weitervererbt. Die so berieselten Zuhörer langweilen sich zu Tode, weil man aufgrund der ewig gleichen Struktur schon ahnt, was kommt und gar nicht mehr zuhört. Verantwortlich dafür ist der Pförtner für das Langzeitgedächtnis unseres Gehirns, die Amygdala. Sie wacht darüber, welche Informationen eingelassen werden und welche nicht. Im Prinzip hat sie nur zwei Kriterien, für das Ticket: Emotionale Tiefe und Neuigkeitswert.

Standardpräsentationen erfüllen in der Regel keines dieser Kriterien und so bleibt jede Information, die auf diese Art und Weise vermittelt wird, vor der Tür stehen. Da hilft nur konsequenter Regelbruch.

Hirngerecht präsentieren
Bei einer Präsentation genügt es nicht, Fakten aneinanderzureihen und auf Charts zu bannen. Man muss sich auf ein Hauptziel und drei bis fünf Nebenziele konzentrieren, die man erreichen will. Das ist immer der erste Schritt. Und danach hilft KONSEQUENZ bis ins Detail:

  • Konsequent anders starten, gerne mit einem Bild, einer Geschichte, der Vision, einem Experiment etc.
  • Konsequent mit Bildern arbeiten, denn diese regen zum Assoziieren an. Damit haben es Botschaften viel leichter ins Gehirn zu gelangen als Textwüsten.
  • Konsequent vereinfachen, denn Sie stecken in Ihrem Thema und möchten alle auch an den Details Ihres Wissens teilhaben lassen. Für Ihre Zuhörer ist der Inhalt aber neu. Damit sie verstehen, brauchen sie einfache und leicht verständliche Inhalte. Es war im Business noch nie ein Problem, das jemand eine zu einfache Sprache verwendet hat. Es war allerdings schon oft ein Problem, dass die Sprache zu kompliziert war.
  • Konsequent relevant für die Zuhörer sein. Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick hat gesagt: „Wahr ist nicht, was A sagt sondern was B versteht“. Also denken Sie im Kopf Ihrer Zuhörer und schaffen Sie für diese eine Relevanz.
  • Konsequent Ihren Appell vermitteln. Reden Sie nicht um den heißen Brei und verklausulieren Sie Botschaften nicht. Sagen Sie den Leuten – am besten mehrmals – was Sie mit Ihrem Vortrag bewirken wollen.

Ergo: Wer bei seinen Zuhörern etwas erreichen möchte, muss ausreichend emotionale Tiefe und Neuigkeitswert vermitteln. Sonst verpufft der Vortag. Den Vortrag rein inhaltlich bearbeiten bringt gar nichts, wenn er nicht auch methodisch didaktisch bearbeitet ist.

Also ... überdenken Sie Ihre Präsentation und bereiten Sie diese konsequent nach diesen Vorgaben vor. Sie werden es nicht nur am Feedback sehen, sondern auch in der Wirkung Ihrer Worte. Es lohnt sich!

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