18.02.2019

Wanted: Emotionale Intelligenz

Der Bedarf an emotionaler Intelligenz ist höher als je zuvor – was das für Unternehmen bedeutet, weiß Kommunikationsexperte Gerd Wirtz

In der Berufswelt herrscht noch immer der weit verbreitete Glaube, dass Rationalität prägend ist. Entscheidungen, Mitarbeitergespräche, Geschäftsabschlüsse etc. laufen also überwiegend auf rationaler Ebene ab. „Weit gefehlt“, weiß Kommunikationsexperte Dr. Gerd Wirtz. „Die heutigen Kenntnisse der Neurowissenschaften zeigen genau das Gegenteil.“ Lesen Sie hier, was das für Unternehmen bedeutet und wie auf Entscheiderebene mit dieser Kenntnis gearbeitet werden sollte.

„95 Prozent aller unserer Entscheidungen werden emotional gefällt und hinterher rationalisiert“, so der Experte für ‚true communication‘ Dr. Gerd Wirtz. Der Mensch trifft jeden Tag tausende Entscheidungen – und viele davon entstehen in der Geschäftswelt unter Zeitdruck –, welche dann vom Stammhirn übernommen werden. Das Großhirn wäre wegen seiner Trägheit dazu gar nicht in der Lage. Ist allerdings eine Entscheidung gefällt, hat das Großhirn die nötige Zeit, diese rational zu begründen. Mit dieser Kenntnis wird nachvollziehbar, warum gerade im Business ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz erforderlich ist.

Hier ist emotionale Kompetenz erforderlich

In der Kommunikation: Besonders in Zeiten der schnellen Informationsweitergabe ist es umso wichtiger, sich vor dem Versenden einer E-Mail oder Nachricht via elektronischen Medien kurz zu überlegen, was diese beim Empfänger auslöst.

Auf der Vertrauensebene: Mangelndes Vertrauen in Führungskräfte ist laut diverser Studien eine entscheidende Ursache für Mitarbeiterfluktuation. Besitzt eine Führungskraft emotionale Führungskompetenzen, kann sie dieses Vertrauen zurückgewinnen.

Im Umgang mit den Werten: Die veränderten Anforderungen der Arbeitnehmer der neuen Generation erfordern viel Einfühlungsvermögen in deren Gedanken- und Gefühlswelt. Das geht nur mit dem Verständnis, dass hier verschiedene Wertesysteme und Kommunikationskulturen aufeinandertreffen.

„Aus meiner Sicht wird es nun Zeit für eine Wiederbelebung und Weiterentwicklung des Konzeptes der Emotionalen Intelligenz“, findet Wirtz. Das kann man sehr gut trainieren.

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