Intelligente Pflegesysteme – in Würde alt werden

Intelligente Pflegesysteme

Die Menschen werden immer älter. Dies ist ein Phänomen, das sich besonders in den hochentwickelten Industrienationen in den letzten Jahrzehnten deutlich bemerkbar gemacht hat und damit auch in Deutschland zu beobachten ist. Die neue Alterspyramide lässt erkennen, dass einer vergleichsweise kleinen Anzahl an jungen Menschen eine große Zahl an älteren und alten Personen gegenübersteht.

Warum werden Menschen immer älter?

Sicherlich ist der heutige Stand der Medizin einer der Faktoren, der dazu beiträgt, dass die Deutschen immer älter werden (können). Diese zunächst einmal erfreuliche Tatsache bringt aber auch ein Problem mit sich, denn die Zahl der pflegebedürftigen Personen wächst ebenso wie das Durchschnittsalter der Bundesbürger. Mit diesem Problem beschäftigt sich auch die Medizin der Zukunft intensiv.

Es geht konkret um Antworten auf die Frage, wie Menschen in Würde altern, auch wenn sie auf Pflege angewiesen sind. Anders als noch vor einigen Jahrzehnten übernimmt die Pflege älterer Personen nicht mehr die Familie, sondern professionelles Pflegepersonal in ambulanter Form – oder stationär in einer Pflegeeinrichtung. Der Berufszweig der Pflegekräfte sieht sich damit immer wieder mit schwierigen Situationen im Pflegealltag konfrontiert.

Menschen werden immer älter
Menschen werden immer älter

Fixieren, Gitter an den Betten – der moralische Konflikt in der Intensivpflege

Insbesondere im Bereich der stationären Pflege ergeben sich ethische und moralische Konflikte. Auf der einen Seite geht es darum, pflegebedürftigen Personen in jeder Hinsicht Fürsorge und Schutz zu bieten, ohne sie hierbei in ihren Menschenrechten einzuschränken. Bei Pflegebedürftigen, die kognitiv voll auf der Höhe sind, mag dies recht einfach gelingen; anders sieht es hingegen bei Bewohnern in einer Pflegeeinrichtung aus, die eben nicht mehr Herr ihrer Sinne sind.

Optimale Fürsorge und Schutz zukommen lassen

Man denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an Personen, die unter Demenz oder Alzheimer leiden, was nachweislich mit kognitiven Einschränkungen einhergeht. Solche Menschen sind teilweise oder dauerhaft verwirrt und dadurch noch gefährdeter, was selbstverletzendes Verhalten angeht. Der Anspruch einer Pflegeeinrichtung muss es jedoch sein, auch solchen Personen optimale Fürsorge und Schutz zukommen zu lassen – möglichst ohne sie an ein Bett zu fixieren oder Gitter am Pflegebett anzubringen. Der ethische Anspruch einer Pflegeeinrichtung sollte sein, dass sich die Bewohner nicht wie in einem Gefängnis fühlen sollen – und dabei dennoch jederzeit in sicheren und fürsorglichen Händen sind.

Optimale Fürsorge
Optimale Fürsorge

Das IQcare Assistenzsystem als Beispiel für intelligente Pflegesysteme

Antworten auf die Frage, wie ältere Menschen in der Zukunft ein würdevolles Leben ohne Gitter an den Betten oder Fixierungen trotz Pflegebedürftigkeit in Pflegeeinrichtungen führen können, liefern intelligente Pflegesysteme. Damit Sie sich etwas unter diesem Begriff vorstellen können, sei als Beispiel hier das IQcare Assistenzsystem genannt. Dieses verfügt über integrierte Sensoren, die sofort eine Gewichtsverlagerung erkennen, sobald der Bewohner das Bett verlässt.

In der Folge sendet das Assistenzsystem ein elektronisches Signal an die Beleuchtung sowie das Schwesternrufsystem. Hierdurch lassen sich Verletzungen durch Stürze der Bewohner vermeiden, beispielsweise beim nächtlichen Toilettengang. Das Pflegepersonal wird umgehend informiert, wenn der Bewohner das Bett verlassen möchte und durch das automatische Einschalten der Beleuchtung herrschen sofort klare Sichtverhältnisse für den Bewohner.

Das IQcare Assistenzsystem – so kann die Pflege der Zukunft aussehen

Eine dauerhafte Überwachung der Bewohner in einer Pflegeeinrichtung per Kamera auf den Zimmern wäre natürlich eine Möglichkeit, um Stürze durch ungeplantes Aufstehen aus dem Bett zu verhindern. Doch bedeutet dies tatsächlich ein würdevolles Leben in einer Pflegeeinrichtung, wenn der Bewohner 24 Stunden am Tag visuell überwacht wird? Intim- und Privatsphäre bleiben bei diesem Ansatz sicherlich vollkommen auf der Strecke.

Eine deutlich smartere Lösung bietet das IQcare Assistenzsystem. Hinter diesem System versteckt sich eine ausgeklügelte Technik. Eingebaute Drucksensoren in der Matratze melden über Funk Bewegungen des Bewohners an die Pflegekräfte. Dies geschieht im Falle einer Gewichtsverlagerung, die von den Sensoren erkannt werden. So löst ein Aufstehen aus dem Bett automatisch ein stummes Signal aus, ohne dass der Bewohner es merkt. Die Sicherheit für den Bewohner ist gewährleistet, ohne dass er das Gefühl verliert, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Würdevolles Altern
Würdevolles Altern

Fazit: Würdevolles Altern in einer Pflegeeinrichtung ist möglich und eine wichtige Aufgabe der Medizin der Zukunft. Realisieren lässt sich dieser hohe Anspruch durch moderne Technik, wie durch das beispielhaft genannte Assistenzsystem. Solche moderne Technik liefert einige Antworten auf relevante Fragen rund um moralische Konflikte in der Betreuung von pflegebedürftigen Personen. Auf diese Weise ist auch für schwer pflegebedürftige Personen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben möglich, ohne dass hierunter Faktoren wie Sicherheit und Schutz leiden müssten.

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2 Kommentare zu „Intelligente Pflegesysteme – in Würde alt werden“

  1. Was mich so ganz besonders beeindruckt, ist wie sich die Anmutung der technischen Systeme verändert. Lange Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Patienten sich den Geräten anpassen mussten. Heute trage ich z.B. einen Ring, der mich mit Daten über meine Herzratenvariabilität versorgt. Oder das in Deinem Beitrag angesprochene System, das über Sensoren treffsicher nächtliche Unfälle verhindern hilft – so dient Technik, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

  2. Wirklich interessanter Beitrag. Sie haben Recht, ältere Menschen sind teilweise oder dauerhaft verwirrt und dadurch noch gefährdeter, was selbstverletzendes Verhalten angeht, der Anspruch einer Pflegeeinrichtung muss es sein, auch solchen Personen optimale Fürsorge und Schutz zukommen zu lassen – möglichst ohne sie an ein Bett zu fixieren oder Gitter am Pflegebett anzubringen. Wenn Assistenzsysteme dies einfacher möglich machen können, finde ich dies super. Wir suchen gerade für meine Mutter, eine Wohngemeinschaft in Moers, die auf künstliche Beatmung für ambulante Intensivpflege spezialisiert ist und hoffen das sie dort „in Würde alt werden“ kann.

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