Wie können Sprachassistenten bei der mobilen und stationären Pflege helfen?

Sprachassistenten

Bereits seit einigen Jahren erobern Sprachassistenten den Markt, ob sie nun Siri, Alexa oder Cortana heißen. Die Leistungen, die solche Sprachassistenten bieten, sind erstaunlich vielfältig. So lassen sich Licht, Alarmanlagen, Fernsehgerät oder die Heizung per eigener Stimme oder Software bedienen.

Wertvolle Hilfe können Sprachassistenten aber auch in der Pflege bieten. Die Helfer lassen sich ohne großen Aufwand installieren, sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung und bieten ein großes Spektrum an Möglichkeiten – kurzum sind sie ideal für ältere Menschen geeignet, die auf Pflege angewiesen sind, ihre vertraute Umgebung aber nicht verlassen möchten.

Pflege in den eigenen vier Wänden ungebrochen beliebt

Statistischen Erhebungen zufolge lassen sich über 70 Prozent der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden versorgen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen möchten Betroffene verständlicherweise ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen. Zum anderen spielen jedoch auch finanzielle Gründe eine Rolle. Altersheime oder andere Pflegeeinrichtungen sind häufig deutlich teurer als die Pflege zu Hause. Zudem steht da auch noch der Wunsch nach individueller Pflege, wo sprachgesteuerte intelligente Assistenten häufig zum Einsatz kommen. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind in dieser Hinsicht ein Vorbild, denn hier nutzen bereits viele Pflegeeinrichtungen solche smarten Geräte.

Sprachbefehle per Mikro
Sprachbefehle per Mikro

Was ist eigentlich unter digitalen Sprachassistenten zu verstehen?

Ein digitaler Sprachassistent ist im Grunde nichts anderes als eine spezielle Software, bei welcher der Anwender Sprachbefehle gibt. Die Software analysiert die gesprochenen Worte und ordnet sie innerhalb von Bruchteilen von Sekunden in den richtigen Kontext ein. Das Endgerät übernimmt damit die Funktion eines persönlichen Beraters und reagiert entsprechend auf die jeweiligen Fragen und Informationen, mit dem Ziel, eindeutige Antworten zu liefern.

Digitale Sprachassistenten können das Leben der Patienten vereinfachen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssen ins Krankenhaus, liegen dort ans Bett gebunden und können die Heizung nicht aufdrehen. Es ist Winter draußen und Ihnen ist kalt. Nun ist der erste Ansprechpartner für Sie jedoch kein Krankenpfleger, sondern ein kleiner Lautsprecher, der sich auf dem Nachttisch befindet. Man hat ihn auf den Namen Alexa getauft. Eine kurze Aufforderung von Ihnen und Alexa sorgt dafür, dass die Heizung auf vollen Touren läuft. Alexa kann aber noch mehr. Sie erinnert Sie an die rechtzeitige Einnahme der Medikamente oder ruft den Arzt. Alexa kann Ihnen aber auch bei ganz profanen Tätigkeiten helfen und schaltet beispielsweise einfach das Fernsehprogramm um. Diese Zeilen lesen sich für Sie vielleicht wie eine Utopie, doch in einem Krankenhaus in Los Angeles ist dies bereits seit Anfang 2019 zur Realität geworden – bisher in einem Pilotprojekt.

Heizung per App steuern
Heizung per App steuern

Solche Beispiele zeigen, welche relevante Rolle digitale Sprachassistenten bereits heute im Gesundheitswesen spielen, ob sie nun Google Assistant, Siri oder Cortana heißen.

Anwendungsbeispiele für Sprachassistenten in der mobilen Pflege

Wer sich zu Hause pflegen lässt, erhält mit Sprachassistenten eine gute Unterstützung im Alltag. Im Haushalt lassen sich Bedienungen mit dem Handy oder der eigenen Sprache durchführen. Pflegebedürftige Personen können intelligente Sprachsysteme bereits für kleinste Verrichtungen verwenden, beispielsweise für das Ein- und Ausschalten der Lichter, der Heizung oder der Fernsehbedienung. Sie können also rein mit ihrer Stimme entsprechende Einstellungen vornehmen, ohne sich bewegen zu müssen. Natürlich lässt sich so auch im Notfall schnell Hilfe rufen. Letztlich erhöhen Sprachassistenten das Gefühl von Sicherheit und bieten pflegebedürftigen Personen eine gewisse Unabhängigkeit, da nicht für jede kleine Verrichtung eine Pflegekraft erforderlich ist.

Deutschland = Pflegewüste

Der Pflegenotstand in Deutschland wird aufgrund des demographischen Wandels sowie des Mangels an Fachkräften in der Pflege immer dramatischer. Immer mehr Pflegebedürftigen stehen immer weniger Pflegekräfte zur Verfügung, die darüber hinaus immer mehr durch Bürokratie und Dokumentation belastet werden. Vor diesem Hintergrund braucht es innovative Lösungen.

Pflegedokumentation
Pflegedokumentation

Sprachassistenten entlasten Pflegepersonal bei der Pflegedokumentation

Der tägliche Alltag von Pflegepersonal beinhaltet nicht nur reine Pflegetätigkeiten, sondern auch die schriftliche Dokumentation der geleisteten Pflege. Diese Pflegedokumentation nimmt immer mehr Zeit in Anspruch – mittlerweile sind es nicht weniger als 30 Prozent der geleisteten Arbeitszeit; Zeit, die sich besser für die Pflege am Menschen nutzen ließe. Dies würde zum einen die Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit entlasten und zum anderen auch den Pflegebedürftigen zugutekommen, denn die Pflegekräfte hätten mehr Zeit, sich um die eigentlichen Pflegetätigkeiten zu kümmern.

Hoffnung in dieser Hinsicht versprechen moderne Apps und Programme, mit denen sich die Pflegedokumentation vereinfachen lässt. Eine solche Unterstützung bietet beispielsweise das deutsche Startup voize.

Wie genau funktioniert voize, der digitale Sprachassistent in der Pflege?

Mit voize können Pflegekräfte Dokumentationen komfortabel direkt am Smartphone einsprechen. Dies kann auch bei der Ausübung verschiedener Pflegetätigkeiten geschehen. Installiert wird die passende App auf dem Smartphone. Danach ist voize in der Lage, automatisch strukturierte Dokumentationseinträge zu erstellen und diese im Anschluss in die vorhandene Dokumentationssoftware zu übertragen.

Welche Vorteile bringt voize als digitaler Sprachassistentin der Pflege mit sich?

voize ist in der Lage, verschiedene Benefits für Pflegekräfte zu bieten, von denen am Ende auch die Pflegebedürftigen profitieren, denn dank voize bleibt der Pflegekraft mehr Zeit für die eigentlichen Pflegetätigkeiten übrig.

Vorteil 1: Zeiteinsparungen

Mit voize ist es möglich, die Dokumentation einfach während der Ausübung verschiedener Pflegetätigkeiten frei einzusprechen. Die Künstliche Intelligenz von voize ist dabei in der Lage, den Pflegekontext zu begreifen und auf dieser Grundlage automatisch strukturierte Dokumentationseinträge zu erstellen. Handschriftliche Notizen auf Papier entfallen, welche die Pflegekraft im Anschluss noch mühsam in einen Computer übertragen musste. Somit bleibt der Pflegekraft mehr Zeit für die Betreuung der Pflegebedürftigen.

Vorteil 2: Unabhängigkeit von WLAN oder dem Mobilfunknetz

Die App funktioniert lokal auf dem Smartphone. Auf diese Weise müssen keine Daten in die Cloud gesendet werden, was natürlich auch dem Datenschutz zuträglich ist. Weiterhin vorteilhaft ist eine Datensicherung ohne Mobilfunknetz oder WLAN, was insbesondere im Rahmen der häuslichen Pflege wichtig ist.

Vorteil 3: Sprechen geht schneller als Schreiben

Die Pflegekraft kann bei der Spracheingabe ganz natürlich sprechen. Die App ist in der Lage, aus den gesprochenen Worten standardisierte Einträge zu generieren.

Fazit: Digitale Sprachassistenten sind der richtige Weg, um Pflegekräfte in Sachen Pflegedokumentation zu entlasten. Es bleibt zu hoffen, dass solche Innovationen dazu führen, dass die Pflegekräfte am Ende mehr Zeit mit den Pflegebedürftigen verbringen können. Davon würden beide Seiten profitieren, sowohl Pflegekräfte als auch die Pflegebedürftigen, die mehr persönliche Zuwendung erhielten. Zu befürchten ist aber, dass die gewonnene Zeit dafür genutzt wird, um den Pflegekräften noch mehr Pflegebedürftige zuzuweisen.

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Quellen:

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